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17. INTONATION-Deideheimer Kunsttage


nach dem dramatischen, coronabedingten Abbruch des Symposiums im letzten Jahr und dem dreimaligen Verschieben, findet sie jetzt endlich statt. Die 17. Intonation - Deidesheimer Kunsttage.

Das Symposium in dem sich die Künstler auf das Material Ton konzentrieren ist klein, familiär und gleichzeitig hoch professionell und international. 54 Künstler aus 27 Ländern, durchgehend Koryphäen in ihrem Fach sind bisher in Deidesheim gewesen.

Nach siebzehn Jahren taucht schon mal die Frage auf, was gibt es Neues?
Das Konzept ist fast gleich geblieben: Unterkunft, Material und Verpflegung werden gestellt. Jeder bringt fertige Arbeiten mit, die vom ersten Tag an in einer Ausstellung präsentiert werden. Gearbeitet wird in der ehemaligen Synagoge, ein wunderbarer, lichtdurchfluteter Raum und im Studio ZeitundNarum. Die Besucher sind täglich zwischen 15 und 18 Uhr zum Schauen und zum Gespräch willkommen. Am zweiten Wochenende präsentiert sich jeder mit einem Vortrag, was ein tieferes Eintauchen in die Arbeit der Einzelnen ermöglicht. Am letzten Sonntag gibt es einen Finissage und das Publikum kann sehen, was gearbeitet wurde.

Neu sind jedes Jahr die Künstler die aus aller Welt kommen, die Werke, die sie mitbringen, wie die Gruppe funktioniert und wie sie sich und das Publikum inspiriert.

In diesem Jahr findet sich eine besondere junge Truppe zusammen:

Janina Myronova aus Polen ist eine Weltreisende und zur Zeit sehr erfolgreich zu finden in Dänemark, Korea, Spanien, Amerika und eben auch in Deidesheim. Ihre pummeligen, anatomisch unkorrekten Figuren haben eine eigene Geschichte. Sie nennt sie "graphic novel".

Julen Ussia kommt aus Spanien. Er ist ein Minimalist, der mit einfachsten Formen und simplen Materialen immer und immer wieder zu neuen Lösungen findet. "Seine Arbeitsprozesse sind wie einen Obstgarten zu züchten. Immerwährendes Wachsen".

Hyunjin Kim stammt aus Korea, lebt zur Zeit aber in Deutschland. Ihre Plastiken erzählen von organischen Formen. Gefühle beschreibt sie als lebende Organismen, die sich permanent verändern. So verbindet sie Linien immer und immer wieder und läßt damit ihre Gebilde wachsen.

Reinhilde van Grieken kommt aus Belgien. Ihre Plastiken unterscheiden sich oft sehr voneinander. Sie weigert sich, wiedererkennbar zu sein. Sie bleibt bei sich, möchte sich selbst überraschen. Manches ist prächtig, fast barock, manches streng, bestimmt von klaren Linien, Schatten und Licht.

Dylan Bowen aus England wird das zweite mal in Deidesheim sein. Er ist ein Meister der Irdenware. Er ist ein Maler, der mit Engobe Energie und Spontanität auf den Ton bringt. Kraftvoll, und  mit gestischer Freiheit. Seine Gefäße haben traditionelle Wurzeln, sind aber neu interpretiert. Manchmal mit viel Humor ins Figürliche.

Und dann noch die Gastgeber*innen Svein Narum und Friederike Zeit Narum. Narum ist, wie Bowen, ein Meister der "Slipware". Ihm aber ist die Funktionalität wichtig und arbeitet dabei aber so sinnlich und leidenschaftlich, ein Meister des Pinsels, dass man seine Werke gerne ins tägliche Leben integriert.

Friederike Zeit Narum bleibt nach wie vor stark farbig, Landschaften werden auf den Kopf gestellt. Bekommen dadurch Dynamik. Das ist durchaus als Lebensmotto zu verstehen. Perspektivwechsel und Bewegung war schon immer ein großes Thema in ihren Werken.

Es war keine leichte Entscheidung nach sovielen Absagen im letzten Jahr das Symposium doch durchzuführen. Aber alle Künstler haben die Terminwechsel mitgemacht, geduldig und optimistisch, dass am Ende alles gut wird.

Und deshalb hoffen wir alle auch auf viele Besucher, Unterstützer und Menschen, die wie die Kunstschaffenden nicht aufgeben wollen.


Zusammengefasst:

17. Intonation - Deidesheimer Kunsttage
internationales Symposium, Schwerpunkt Keramische Plastik
teilnehmende Künstler: Julen Ussia, Spanien, Svein Narum, Norwegen, Dylan Bowen, England, Reinhilde van Grieken, Belgien, Hyunjin Kim, Korea, Janina Myronova, Polen, Friederike Zeit Narum, Deutschland
15. bis 24. Oktober täglich von 15 bis 18 Uhr und auch gerne nach telefonischer Absprache
Vorträge 23. und 24. Oktober ab 13 Uhr
Finissage 24. Oktober, 12 Uhr
Unter Beachtung der aktuellen Coronavorschriften.
Das Programm unter www.intonation-deidesheim.de