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Johannes Nagel

(Aus)Grabungen 2008 Gips h 20 - 38 cm



Johannes Nagel | *1979 | Halle | Intonation 2010

Behaupten heißt, etwas aus dem Stegreif für gültig erklären. Ich grabe Hohlräume in Sand und gieße sie mit Gips aus. Es entsteht ein Objekt, eine spontane Geste in Material gegossen. Die beim Graben vorgestellten Formen sind rotationssymmetrische Körper. Symmetrie vereinfacht ein Objekt, Rotationsymmetrie erlaubt keine Rückseite. Die Variation liegt in der Silhouette. Das Graben in losem Sand ist ein sehr ungenaues Verfahren. Ich ertaste in ständiger Bewegung den Hohlraum, die Kontrolle über die Silhouette fehlt.
Das Thema der Grabungen ist also das Verhältnis zwischen vorgestellter Silhouette und entstehendem Volumen: eine Ungenauigkeit oder "plastische Unschärfe". Es gilt die Abweichung, der zufällige Unterschied, nicht die Feststellung einer Form. Eine vage Behauptung? Der Akt des Grabens ist ganz konkret und entschieden. Das Objekt ist gegossen und damit festgelegt.
Die Unschärfe ist gemeint und eine ganz konkrete Behauptung.