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Presse über die Intonation 2006
Die Rheinpfalz 31. März 2006

DIE GEMEINSAME ARBEIT BEFEUERT DEN GEIST

Bei den Deidesheimer Intonationen zeigen zehn Keramikkünstler ihre neuen Schöpfungen- Werkstattbesuch erwünscht.

Es herrscht Werkstattatmosphäre im Atelier von Friederike Zeit in der Deidesheimer Schlossmanufaktur. Seit einigen Tagen sitzt sie und ihre Keramiker-Kollegen Klaus Lehmann und Pit Nicolas jeweils vor einer Werkbank mit Blick auf den Park, während ein Steinwurf entfernt in der ehemaligen Synagoge Zsuzsa Füzesi-Heierli und Kirsten Jäschke an ihren neuen Skulpturen arbeiten.

Der Grund dafür, dass sich in dem idyllischen Städtchen an der Weinstrasse zurzeit so viele prominente Keramikkünstler aus dem In-und Ausland tummeln, ist die zweite Auflage der „Intonation“. Ausgehend von der langen Keramik-Tradition in Deidesheim, die vor vielen Jahren von Lotte Reimers und Jakob Hinder begründet worden war, hatte sich Ende der 90er Jahre das Deidesheimer Töpferforum entwickelt, das im Jahr 2003 in der Tonlage aufging. Schon da stand nicht mehr die reine Gebrauchskeramik im Mittelpunkt, die künstlerischen Ausdrucksformen bei der Arbeit mit Ton, Keramik und Porzellan nahmen immer weiter zu. Folgerichtig wurden 2005 die „Intonation“ aus der Taufe gehoben- in Form eines einwöchigen, internationalen Symposiums namhafter Keramikkünstler, die neben aktuellen „fertigen“ Arbeiten in der abschließenden Ausstellung auch Resultate der einwöchigen Zusammenarbeit präsentieren.
Sowohl die gemeinsame Arbeit als auch deren Ergebnisse überzeugten im vergangenen Jahr- und so wird die “Intonation“ auch in diesem Jahr als Kooperation der Stadt Deidesheim, der Tourist GmbH und der Schlossmanufaktur fortgesetzt.
Und das mit alten Bekannten ebenso wie mit neuen Gesichtern: Erstmals dabei sind neben den beiden Berliner Künstlern Kaja Witt und Thomas Hirschler, die in ihrer gemeinsamen Werkstatt intensiv an Gefäßformen aus Porzellan arbeiten, auch Kirsten Jäschke aus Dresden mit tranluzenten Gebilden aus- oft perforierten Porzellan. Neu sind auch Johannes Peters und die schachtelartigen Wandplastiken von Pit Nicolas aus Luxemburg.
Wobei neu hier alles andere als Newcomer bedeutet- alle sind namhafte Künstler mit einer beeindrucken Liste von Preisen, Auszeichnungen und Einzelausstellungen. Das allerdings gilt nicht minder für die alten Hasen der „Intonation“: Zsuzsa Füzesi-Heierli gehört mit ihren organischen Gebilden schon ebenso zum festen Inventar der Deidesheimer Kunsttage wie Klaus Lehmann, seit vielen Jahren der Spiritus Rektor der Kunst von Initiatorin von Friederike Zeit. Auch Medi Zimmermann aus Villingen-Schwenningen ist seit vielen Jahren mit dabei, wenn sich die Keramikkünstler an der Weinstrasse die Klinke in die Hand geben. Einig sind sich alle Beteiligten bei allen künstlerischen Unterschieden in einem Punkt: Das Symposium befruchte die Arbeit und sei eines der Schönsten in Deutschland. Sowohl menschlich als auch künstlerisch klappe die gemeinsame Arbeit hervorragend und auch danach zeige sich, dass ein jeder etwas mitgenommen habe von den gemeinsamen Tagen in Deidesheim. „ Ich fühle mich wie im Urlaub“ sagt Kirsten Jäschke in der ehemaligen Synagoge- und das, obwohl Arbeitstage von zwölf Stunden eher die Regel als die Ausnahme sind. „ Es kommt natürlich schon vor, dass man sich ein wenig verquatscht“, gibt Zeit zu, schränkt aber ein, dass auch die normale Arbeit bisweilen durchaus in die Hose gehen kann: „Viele Teilnehmer gehen mit ihren Arbeiten an die Grenzen des Materials. Zu trocken, zu feucht, selbst ein Luftzug kann dafür sorgen, dass die Arbeit von Wochen und Monaten in den Müll wandert“, schildert sie die Risiken, denen die oft äußerst fragilen Gebilde vor ihrem Brennen ausgesetzt sind. Trotzdem ist den Künstlern der Spaß an ihrer Arbeit anzumerken: „Obwohl wir alle unterschiedlich arbeiten, macht es einfach Spaß, mit Leuten zusammen zu sein, die grundsätzlich die selben Probleme haben und auch gegenseitige Kritik befeuert den Geist“, schwärmt Zsuzsa Füzesi-Heierli. Und was bei der gemeinsamen Arbeit herauskommt, dürfte auch den Besucher beflügeln…….
Claus Jürgen Holler;